Zwischennutzung bei leerstehenden Ladenflächen in der Freiburger Innenstadt – Pop-Up Mall

Veröffentlicht am 30.04.2021 in Standpunkte

Der Ortsverein der Freiburger Innenstadt diskutiert schon seit längerem über Zukunftsvisionen zum Einzelhandel in der Freiburger Innenstadt. Jüngst erschien im „netzwerk südbaden“  auch ein Artikel, in dem ein Punkt aufgegriffen wurde, den wir begrüßen, aber lieber anders ausgestaltet sehen würden. Hierzu äußern wir uns in einem Positionspapier (PDF).

Freiburg hat, wie schon so häufig dargestellt, durch seinen hohen Anteil an individuellem Einzelhandel im bundesdeutschen Vergleich zu anderen Städten einen sehr guten Mix an Einzelhandel in der Innenstadt. Dieser führt unter anderem dazu, dass Freiburg einen hohen Pull-Faktor als Oberzentrum sowie als Touristenziel besitzt. Jedoch hat sich dieses Bild in den letzten Jahrzehnten gewandelt, und teilweise tritt das Erscheinungsbild einer monotonen Einkaufsstraße hervor, wie man sie in jeder anderen Stadt finden könnte. Architektonisch wird dies zwar durchbrochen, jedoch findet man in Freiburg mittlerweile dieselben Einkaufsläden wie in anderen Städten. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen ist es sicherlich der Online-Handel wie in jeder anderen Region, der den Bedarf bei den Kunden*innen deckt. Zum anderen spielen die steigenden und sehr hohen Mietkosten eine wichtige Rolle. So können nur größere Ketten diese Mieten decken und die Filialen vor Ort mit oder gegen den Onlinehandel aufrechterhalten. Dies wird dazu führen, dass es immer weniger Inhaber*innen geführten Einzelhandel geben wird, welcher häufig den eigentlichen Charakter einer Innenstadt ausmacht. Durch die andauernde Pandemie-Situation wird sich diese Problematik nochmals verstärken.

Bisher gibt es einige Konzepte, die dieser Verödung der Fußgängerzonen und Altstädte entgegensteuern wollen (Bibliotheken, Museen usw.). Ausgangslage bei dem erwähnten Artikel in der „FAS“ ist das Verschwinden von großen Kaufhäusern in der Haupteinkaufsstraße. Auch im Jahr 2020 wurde ein solches Szenario in Freiburg befürchtet.

Um für den Fall, dass ein solches Szenario eintritt, gerüstet zu sein oder falls sich die Möglichkeit bietet, als Stadt Freiburg über ein geeignetes Gebäude und dessen Nutzung zu verfügen, schlagen wir folgenden Konzept vor:

In der Freiburger „Pop-Up Mall“ sollte insbesondere lokalen aber auch „externe“ Jungunternehmer*innen die Möglichkeit geboten werden, sich im Einzelhandel einmal „auszuprobieren“ und zu präsentieren. Ziel sollte sein, dass sie für einen begrenzten Zeitraum eine Ladenfläche mit reduzierter Miete in zentraler Lage bekommen. Bei Erfolg könnten sie in Freiburg eine andere Ladefläche finden und somit das Erscheinungsbild der Einzelhandelslandschaft in Freiburg verändern und diese beleben und Arbeitsplätze schaffen. Die Jungunternehmer*innen könnten z.B. auch aus der Start-Up Szene bestehen. Somit würde auch ein Anreiz entstehen, sich mit den Start-Ups hier in der Region anzusiedeln. So könnten z.B. nachhaltige Ernährung, moderne Mobilitätskonzepte, umweltfreundliche Energieerzeugung, digitale Lösungen von Problemen usw. angeboten werden. Durch die wechselnden Angebote hätte man immer ein variierendes Angebot, welches den Kunden*innen einen Anreiz gibt, die Innenstadt häufiger zu besuchen. Dies würde wiederum den umgebenden Einzelhandel durch Kundschaft fördern. Zum Gelingen dessen muss die Ladenfläche allerdings in sehr guter Lage in der Stadt sein und das Gebäude muss sich im Besitz der Stadt befinden, um die reduzierten Mieten umsetzen zu können.

Diese Version einer Pop-Up Mall unterscheidet sich von den normalen Versionen eines Pop-Up-Stores. Hier werden die Pop-Up Stores gerne in einzelne Kaufhäuser integriert, wodurch sich dem Kaufhaus ein neuer Kundenstamm eröffnet. Dies ist eine sehr gute Version, in der Synergien gefunden werden, jedoch generieren diese kleinen in andere Ladenflächen integrierten Pop-Up Stores keinen großen Pull Faktor für ganze Einzelhandelsgebiete und die Inhaber*innen können ihren Business Case (mit Ladenfläche, Personalkosten, Mieten, Umsatz usw.) nicht richtig testen.

In Berlin ist z.B. Bikini Berlin  angesiedelt. Diese Start-Up Mall spricht zwar kleinere Betreiber*innen an, jedoch sind die Ladenflächen so klein gehalten, dass sich daraus wahrscheinlich keine neuen Geschäftsansiedlungen generieren lassen, die dann an anderer Stelle langfristige Mietverträge eingehen.

Der Bedarf besteht darin, das eigene Konzept in exklusiver Lage, mit realistischen Verkaufs- und Lagerflächen zu testen. Sollte der Business Case stimmig sein, müssen diese Neugründungen auch unterstützt werden, in der Stadt neue Ladenflächen zu finden.

Das Positionspapier als PDF.

 

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